{"id":641,"date":"2021-01-07T19:48:58","date_gmt":"2021-01-07T18:48:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.widukinds-waechter.de\/?page_id=641"},"modified":"2021-01-07T20:04:47","modified_gmt":"2021-01-07T19:04:47","slug":"widukind","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/widukinds-waechter.de\/?page_id=641","title":{"rendered":"Widukind"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"641\" class=\"elementor elementor-641\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-df0a9ba elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"df0a9ba\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-052b4dd\" data-id=\"052b4dd\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-69d5276 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"69d5276\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<blockquote><blockquote>von Holger Thiele<br \/>Namenspatron unseres Vereins ist der aus westf\u00e4lischem Adelsgeschlecht stammende Sachsenherzog Widukind, auch Wittekind genannt (nicht zu verwechseln mit dem M\u00f6nch Widukind von Corvey). Sein Leben ist untrennbar mit dem Leben des K\u00f6nigs der Franken und der Langobarden und sp\u00e4teren Kaiser Karl I. (dem Gro\u00dfen), verbunden. Diese beiden wichtigen Personen des sp\u00e4ten Fr\u00fchmittelalters standen sich in den \u201eSachsenkriegen\u201c (722-804) gegen\u00fcber.<br \/>Eroberung fremden Territoriums und Unterwerfung der einheimischen Bev\u00f6lkerung waren nichts Ungew\u00f6hnliches im Mittelalter. Dieser Aufstand, meist als \u201eSachsenkriege\u201c bezeichnet, hatte jedoch eine neue Qualit\u00e4t und sollte f\u00fcr die weitere europ\u00e4ische und z. T. Weltgeschichte richtungbestimmend sein. Erstmals wurde mit einem Eroberungszug eine gewaltsame Christianisierung verbunden. Bis dato erfolgte die Christianisierung friedlich durch Missionare, jetzt wurde ein Pr\u00e4zedenzfall geschaffen, der mit dazu beitrug, dass eine ideologische Grundlage f\u00fcr sp\u00e4tere Eroberungen, z. B. die Lateinamerikas durch die Spanier, geschaffen werden konnte.<br \/>Hatten fr\u00fchere Eroberungen meist keine wesentlichen religi\u00f6sen Auswirkungen, so war das diesmal anders. Im Sommer 772 wurde Sachsen nicht nur erstmals erobert, sondern es wurden auch gezielt religi\u00f6se Heiligt\u00fcmer der Sachsen zerst\u00f6rt. Mit der Christianisierung waren grundlegende gesellschaftliche, kulturelle und politische Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Unterworfenen verbunden. Grundlage der s\u00e4chsisch-heidnischen Gesellschaft war das Thing. Hier waren alle freien und waffentragenden M\u00e4nner stimm- und redeberechtigt. Die Adligen hatten nur indirekt einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss und waren an Thingbeschl\u00fcsse wie alle anderen gebunden. Anf\u00fchrer wurden f\u00fcr Kriegszeiten gew\u00e4hlt, in denen sie unumschr\u00e4nkte Herrscher \u00fcber Leben und Tod waren, mussten sich aber danach in Friedenszeiten f\u00fcr ihre Taten vor dem Thing verantworten. Unter der fr\u00e4nkisch-christlichen Herrschaft war dies anders: Das Thing hatte keine Bedeutung mehr, der Adel wurde zu Grafen ernannt und hatte als k\u00f6nigliche Dienstmannen auch in Friedenszeiten die Macht und war nur dem K\u00f6nig rechenschaftspflichtig. Dieser Verlockung konnten die meisten s\u00e4chsischen Adligen nicht widerstehen, in der Hoffnung auf teilhabe an Macht und Beute des expandierenden fr\u00e4nkischen Reiches traten sie daher schon ziemlich fr\u00fch zum Christentum \u00fcber und unterwarfen sich Karl.<br \/>Die \u00fcbergelaufenen Adligen geh\u00f6rten also zu den Gewinnern der neuen Verh\u00e4ltnisse, w\u00e4hrend die freien Bauern die Verlierer waren und deshalb die wesentlichen Tr\u00e4ger der Aufst\u00e4nde waren. Normalerweise war es die alte F\u00fchrungssicht, die mehr zu verlieren hatte. Ein Beispiel hierf\u00fcr w\u00e4re die Entmachtung des alten s\u00e4chsischen Adels nach der Eroberung Englands durch die Normannen 1066.<br \/>Hier liegen die Ursachen f\u00fcr den erbitterten Widerstand der Sachsen, und hier ist auch das Besondere von Widukind dem Sachsenherzog: Anders als die meisten anderen Adligen seines Stammes lie\u00df er sein Volk nicht im Stich, wollte nicht die sich ihm pers\u00f6nlich bietenden Vorteile der neuen Ordnung nutzen.<br \/>Bei denen der Eroberung von 772 folgenden Aufst\u00e4nden war Widukind der f\u00fchrende Kopf. Als 777 auf dem Reichstag von Paderborn viele Sachsen zwangsgetauft wurden, wesentliche Teile des Adels waren schon vorher getauft, blieb Widukind diesem fern. Widukind entfachte immer neue Aufst\u00e4nde, Karl schlug sie nieder, die Sachsen erhoben sich unter Widukind aufs neue. 781 drang Karl bis zur Unstrut und Saale vor, eroberte Westfalen und Engern und zwang Widukind zur Flucht nach D\u00e4nemark. Auf dem Reichstag zu Lippspringe 782 erkannten die meisten noch verbliebenen Adligen die Frankenherrschaft an und wurden zur Belohnung zu Grafen ernannt, w\u00e4hrend Widukind den Kampf noch nicht aufgab. Im gleichen Jahr wurden in Verden an der Aller ca. 4500 Sachsen ermordet \u2013 \u201eBlutgericht zu Verden\u201c \u2013 und Karl verdiente sich einen weiteren, nicht ganz unumstrittenen, Beinamen: \u201eKarl der Sachsenschl\u00e4chter\u201c. 783 wurden die Sachsen unter Widukind bei Detmold sowie an der Haase endg\u00fcltig geschlagen, Widukind muss 785 die fr\u00e4nkische Herrschaft anerkennen und wird 785 zu Attigny getauft. \u00dcber sein weiteres Leben gibt es keine genauen Angaben. M\u00f6glich ist, dass er ein Lehen erhalten hat oder ein Klosteraufenthalt w\u00e4re auch nicht auszuschlie\u00dfen. Vermutlich stirbt er um 807.<br \/>In den Jahren von 785 bis 804 erfolgten noch einige s\u00e4chsische Erhebungen, die jedoch die schon gefestigte Frankenherrschaft nicht mehr ernsthaft ersch\u00fcttern konnten.<br \/>Ausf\u00fchrlicheres zu diesem Thema ist z. B. in folgender Literatur bzw. Quellen zu finden:<br \/>Hartmann, Gerhard; Schnith, Karl (Hrsg.): Die Kaiser. 1200 Jahre europ\u00e4ische Geschichte, Wiesbaden 2006<br \/>Wienecke-Janz, Detlef (Projektleiter): Die gro\u00dfe Chronik Weltgeschichte Bd. 7. Vom Niedergang Roms zum Zeitalter der Karolinger 313-800, G\u00fctersloh \/ M\u00fcnchen 2008<br \/>Giesebrecht, Wilhelm v.: Geschichte des deutschen Kaisertums Bd. 1 Gr\u00fcndung des Kaisertums, o. O, o. J. Neuauflage des Mundus Verlag von 2000<br \/>Die Sachsengeschichte des Widukind von Corvey in drei B\u00fcchern, in: Rotter, Ekkehart;<br \/>Schneidm\u00fcller, Bernd (Hrsg.): Widukind von Corvey. Die Sachsengeschichte, Stuttgart 1981<br \/>Verschiedene Quellen in: Rau, Reinhold (Hrsg.): Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte, Erster Teil, neu bearb., Darmstadt 1955<\/blockquote><\/blockquote>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Holger ThieleNamenspatron unseres Vereins ist der aus westf\u00e4lischem Adelsgeschlecht stammende Sachsenherzog Widukind, auch Wittekind genannt (nicht zu verwechseln mit dem M\u00f6nch Widukind von Corvey). Sein Leben ist untrennbar mit dem Leben des K\u00f6nigs der Franken und der Langobarden und sp\u00e4teren Kaiser Karl I. (dem Gro\u00dfen), verbunden. 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